„Sharing is Caring“ – die erfolgreiche Hetzerather Spenden-Aktion für das Sharing Youth Centre

Darum ging es bei der Aktion

Corona und ganz viel Bangen: Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, legte die ugandische Regierung am 18. März 2020 im wahrsten Sinn des Wortes das gesamte Land lahm. Ausgangssperren, Fahrverbote, Militär im Einsatz: Lockerungen gab es erst nach Wochen und nur Schritt für Schritt. Die Schulen beispielsweise waren bis zum 15. Oktober komplett geschlossen – auch die Berufsschule des Sharing Youth Centre. Nach sieben (!) langen Lockdown-Monaten lief der Unterricht endlich langsam wieder an, zunächst nur für die Absolventen, die schon im Frühjahr hätten Prüfungen ablegen sollen. Mittlerweile ist Routine zu Corona-Bedingungen eingekehrt; unterrichtet werden darf nur unter Einhaltung strenger Hygiene- und Abstands-Maßnahmen.

Für unseren Projektpartner war „kein Unterricht“ gleichbedeutend mit „keine Einnahmen“. Während des Lockdowns konnten keine Produkte aus den Ausbildungswerkstätten verkauft werden; nach wie vor gibt es keine Veranstaltungen in der früher gut gebuchten Mehrzweckhalle. Kosten aber fielen auch während der Zwangsschließung an; die Corona-Schutzmaßnahmen erforderten zusätzliche Investitionen. Unsere Spenden-Aktion „Sharing is Caring“ (zu deutsch: Teilen ist Kümmern) sorgte wesentlich dafür, dass Sharing diesen finanziellen Spagat überstand. Dank der Unterstützung aus Hetzerath gelang es zudem, bei der Öffnung sofort wieder mit dem kompletten eingespielten Team am Start zu sein. Früh ergriff Sharing darüber hinaus eigene Initiativen, um zusätzliches Einkommen zu erzielen. Lesen Sie im „Akkordeon“ unten und in verschiedenen Interviews mit Sharing-Leiter Father Hilaire Guinko, welch eine schwierige Zeit zu überstehen war.

Jetzt geht es darum, dass das vor Corona boomende Berufsschulzentrum wirtschaftlich wieder in die Erfolgsspur findet. Bis erneut ein einigermaßen kostendeckender Betrieb erreicht ist, wird es dauern, denn die finanziellen Ressourcen sind sowohl bei Sharing als auch bei den meisten ugandischen Familien aufgebraucht. Große Hoffnung setzt die Schule in den neuen Ausbildungsgang „Agro-Business / Urban Gardening“. Diesen möglichst rasch ermöglichen soll das neue Projekt, das wir von Hetzerath aus unterstützen: die Ausrüstung der „Demonstration Farm” für den praktischen Unterricht. Unsere Hilfe ist also nach wie vor gefragt. Wir freuen uns deshalb weiter über Spenden auf das Uganda-Konto unseres Vereins: DE44 5856 0103 0012 3766 00 – jeder Euro hilft. Wenn Sie Ihre Adresse angeben, erhalten Sie umgehend eine Spendenbescheinigung für Ihre Steuererklärung.

Anfang April: 3.000 Euro gegen den Hunger

Anfang April: 3.000 Euro gegen den Hunger

Weil Fahrverbot herrschte und durch den Lockdown kaum noch jemand Arbeit (und damit Geld) hatte, grassierte in Uganda seit Ende März zunehmend der Hunger. Auch zahlreiche Familien der Sharing Community gerieten in schiere Existenznot. Schon vor dem Start unserer Spenden-Aktion hatten wir deshalb Anfang April aus vorhandenen Mitteln (u.a. Erlös des Adventskonzerts) 3.000 Euro in den „Sharing Emergency, Relief and Caritas Fund“ gegeben. Aus diesem Nothilfefonds unterstützte Sharing-Direktor Father Hilaire Guinko besonders bedürftige Familien, unter anderem durch den Kauf von Grundnahrungsmitteln. Der Leiter des Zentrums hatte regelmäßig telefonischen Kontakt mit allen Mitarbeiter/innen und vielen Gemeindemitgliedern. Er versuchte von Anfang an, sein engagiertes Team zusammenzuhalten für einen erfolgreichen Neustart.

Ende April: 4.500 Euro zur Deckung der Kosten im April

Ende April: 4.500 Euro zur Deckung der Kosten im April

Dank Ihrer regen Beteiligung an der Spenden-Aktion konnten wir Sharing Ende April weitere 4.500 Euro überweisen. Daraus deckte das Zentrum einen wesentlichen Teil seiner laufenden Kosten für den Monat April. Größter Posten dabei waren die Gehälter der Mitarbeiter/innen. SYC-Direktor Father Hilaire Guinko: „Unser herzlicher Dank geht nach Hetzerath! Ihre Spenden haben es ermöglicht, dass wir allen unseren Angestellten ihr Gehalt zahlen konnten, das sie dringend brauchen, um ihre Familien über Wasser zu halten. Gott segne Sie für Ihre Solidarität mit uns!“ Aufkeimende Hoffnung wich allerdings schnell tiefer Enttäuschung: Am 4. Mai entschied die ugandische Regierung, dass die rigiden Einschränkungen weiter bestehen bleiben. Sharing stand also Ende Mai erneut ohne Einnahmen da.

Ende Mai: 6.000 Euro zur Deckung der Kosten im Mai

Ende Mai: 6.000 Euro zur Deckung der Kosten im Mai

Wieder sicherte eine Überweisung aus Hetzerath das Überleben unseres Partners: Von den 6.000 Euro aus Ihren Spenden konnten alle Rechnungen für den Monat Mai bezahlt werden – und natürlich die Gehälter der Lehrkräfte. Neben einem „Dankeschön aus tiefstem Herzen“ übermittelte Father Hilaire Guinko Informationen über erste eigene Initiativen. Unter anderem hatten die Lehrkräfte trotz bescheidener PC-Ausstattung im erzwungenen Homeoffice angefangen, Lerneinheiten zu digitalisieren. Wieder herrschte Hoffnung: Ab 8. Juni, hieß es, dürfe wohl wieder Unterricht stattfinden, wenn auch nur für die Schüler/innen, die längst Prüfungen hätten ablegen sollen. Das sind bei Sharing immerhin rund 150 Absolventen. Rasch und mit großer Umsicht liefen die Vorbereitungen an, um erlassene Corona-Gebote wie „Abstand halten”, „regelmäßiges Händewaschen“ oder „nur kleine Gruppen bilden“ einhalten zu können. Sharing war startklar – doch am 1. Juni verschob die Regierung die Öffnung der Schulen erneut.

Ende Juni: Weitere 5.000 Euro – und harte Maßnahmen

Ende Juni: Weitere 5.000 Euro – und harte Maßnahmen

Die Führungsgremien von Sharing glaubten nicht mehr an eine Wieder-Öffnung der Schulen in absehbarer Zeit. Sie berieten lange, dann trafen sie Entscheidungen. Die härteste Maßnahme: Damit das Geld, das (nach einer weiteren Überweisung aus Hetzerath) zur Verfügung stand, länger reichte, erhielten alle Mitarbeiter/innen nur noch 50% ihres Gehalts. Wer mit seiner Familie nicht über die Runden kam, konnte Unterstützung aus dem Nothilfefonds beantragen. Und: Sharing nutzte die wenigen erfolgten Lockerungen der Corona-Beschränkungen konsequent, um neue Einkommensquellen zu erschließen.

  • Die Schneiderwerkstatt organisierte die Produktion von Mund-Nase-Masken aus Stoff. Genäht wurde teils bei Sharing, teils zuhause, übrigens nach einem Schnittmuster aus Hetzerath. In der ersten Woche entstanden bereits über 200 Exemplare in bunten Mustern. Ein Teil davon wurde über eine befreundete Organisation in Jinja am Nordufer des Viktoriasees zum Verkauf angeboten.
  • Eine Gruppe Jugendlicher betätigte sich gärtnerisch: Im Sharing Garden neben dem mit Unterstützung aus Hetzerath gebauten Mädchenwohnheim wurde eine Fläche freigeräumt, um Kohl und anderes Gemüse für den Verkauf auf dem Markt anzubauen. Bislang waren im Sharing Garden überwiegend Kochbananen für die Schulkantine erzeugt worden.
  • Alle Lehrkräfte nutzten die Zeit, weitere Lerneinheiten zu digitalisieren. Zum Neustart sollte ein möglichst umfangreicher Fundus an Präsentationen und Videos mit Anleitungen zur Verfügung stehen. Die Idee: Über das ebenfalls dank Unterstützung aus Hetzerath vorhandene leistungsstarke WLAN auf dem Schulgelände können sich die Schüler/innen künftig die Dateien auf ihre Smartphones laden und so selbstständiger lernen – in kleinen Gruppen auf dem Schulgelände ebenso wie alleine zu Hause.
Juli / August: Durchhalten und jede Chance nutzen

Juli / August: Durchhalten und jede Chance nutzen

Auch im Juli und August blieben die Schulen in Uganda geschlossen. Dank eines rigorosen Sparkurses, mit dem Ende Juni überwiesenen Geld aus der Hetzerather Spenden-Aktion und ersten Einnahmen aus eigenen Aktivitäten konnte Sharing in dieser Zeit die laufenden Kosten bestreiten. Private Spenden füllten den „Sharing Emergency, Relief and Caritas Fund“ wieder auf. Damit wurden Grundnahrungsmittel gekauft und an die Mitarbeiter/innen sowie weitere bedürftige Familien verteilt. Die Sharing Community rückte noch stärker zusammen: Immer mehr Menschen packten mit an, um im Rahmen des unter Corona-Bedingungen Möglichen Einkünfte für Sharing zu generieren:

  • Quasi im Akkord entstanden hunderte Stoffmasken nach dem aus Hetzerath stammenden Muster. Sie verkauften sich gut, unter anderem an Firmen, die endlich wieder arbeiten durften, aber vergeblich auf den von der Regierung versprochenen Mund-Nasen-Schutz warteten. Und natürlich lagen stets ausreichend viele Masken „auf Lager“ für den Fall, dass doch wieder unterrichtet werden durfte.
  • Nach der erfolgreichen ersten Ernte stieg die „Gartengruppe“, unterstützt durch einen arbeitslos gewordenen Agrar-Experten, richtig in die Gemüse-Produktion ein: In rund 200 Säcken gediehen nun Tomaten, Auberginen, Kohl und Zwiebeln. Diese Art des Anbaus spart Wasser, beschleunigt das Wachstum der Pflanzen und schützt sie vor Schädlingen. Weil die Lebensmittelpreise stetig stiegen, hoffte man auf einen guten Verkaufserlös im September. Das galt auch für ein weiteres Experiment: In einer abgetrennten Ecke wuchsen im Sharing Garden zwei Schweine heran.
  • Auch im Küchentrakt herrschte immer wieder Betrieb: Mitarbeiterinnen der Abteilung Catering hatten systematisch die kleineren und größeren Betriebe in der Umgebung abgeklappert. Lohn der Mühe waren einige Aufträge für die Lieferung von Essen, die gewohnt professionell abgearbeitet wurden.
  • An einigen Tagen wurde sogar gesägt und gehämmert: Der Schreinereiwerkstatt gelang es ebenfalls, ein paar kleine Aufträge an Land zu ziehen.
September: Hoffnung auf Öffnung am 15. Oktober

September: Hoffnung auf Öffnung am 15. Oktober

Der Monat begann mit guten Nachrichten für Sharing aus Bochum: Die dort ansässige Aktion Canchanabury sagte eine einmalige Förderung in Höhe von 6.500 Euro zu. Die Hilfsorganisation unterstützt Sharing seit 2005, finanzierte zuletzt „Behavior-Change-Workshops“ für HIV/Aids-Betroffene und ein „Refugee Project“ zur Ausbildung junger Flüchtlinge. Zudem konnte sich Sharing über eine weitere Privatspende freuen.
Einen richtigen Motivationsschub gab es Mitte des Monats: Erneut war Gemüse im „Bag Garden“ erntereif. Die Ware fand reißenden Absatz auf dem Owino Market, einem riesigen „grünen Markt“ mitten in Kampala.
Und nach einem in allen Medien breit berichteten Hin und Her seiner Minister sprach der Präsident am Sonntag, 20. September, abends im Fernsehen ein Machtwort: Ab 15. Oktober dürfen Schulen, die die erlassenen Corona-Regelungen erfüllen, wieder unterrichten – allerdings nur Schüler/innen, die Prüfungen abzulegen haben. Sharing reaktivierte, was bereits für den abgesagten Schulstart zum 1. Juni organisiert worden war: Geräte, die kontaktlos Fieber messen, Desinfektionsmittel, Handwaschbecken. Nur die Beschaffung der zwei Zelte, die als “Draußen-Klassenzimmer” im Schulhof aufgestellt werden sollten, bereitete Probleme. Da viele Schulen den Unterricht ins Freie verlegen wollten, waren Zelte Mangelware und entsprechend teuer. In vielen Besprechungen wurde eine Alternative erarbeitet: Die Prüflinge wurden in kleinen Gruppen über sämtliche Schulgebäude verteilt – in der Regenzeit ist Unterricht unter Dach wahrscheinlich eh besser. Jetzt hieß es Daumen drücken, dass die angekündigte Öffnung tatsächlich kommt!

Seit 15. Oktober: Endlich wieder Unterricht!

Seit 15. Oktober: Endlich wieder Unterricht!

Bis zum Abend vorher gab es immer wieder Zweifel: Nimmt die Regierung die Zusage auf Schul-Öffnung (wie schon einmal) womöglich im letzten Moment zurück? Am 15. Oktober morgens dann Erleichterung pur: Das Tor zum Sharing-Gelände öffnete sich, die ersten Schüler/innen mit Mund-/Nase-Masken trugen sich in die Listen ein, stellten sich auf zum kontaktlosen Fiebermessen, verteilten sich auf dem Schulgelände, wuschen sich vor dem Eintritt in die Unterrichtsräume gemäß Anweisung gründlich die Hände … Endlich wieder Unterricht! Nach sieben Monaten Lockdown endlich wieder Leben im Berufsschulzentrum! Der Kraftakt der vergangenen Wochen, für den wirklich jede helfende Hand gebraucht wurde, hatte sich gelohnt!
Unterrichtet wurden zunächst allerdings nicht einmal ein Fünftel der seither gewohnten Absolventen. Wieder zur Schule gehen durften nämlich nur die jungen Menschen, die eigentlich im Frühjahr die Prüfungen zum Abschluss ihrer Ausbildung hätten ablegen sollen – Termine, die nicht stattfanden, weil die Regierung den sofortigen radikalen Corona-Lockdown verfügte. Jetzt sollten die zwischenzeitlich entstandenen Lernlücken geschlossen und die Prüflinge bestmöglich auf ihre Abschlusstests in Theorie und Praxis vorbereitet werden. Erstaunlich schnell spielte sich eine „neue Normalität“ im Unterrichtsbetrieb ein; auch die neu organisierte mittägliche Verpflegung – zeitversetzt in kleinen Gruppen – klappte. Innerhalb weniger Tage füllte sich auch das mit Geld aus Hetzerath gebaute „Girls’ Hostel“ wieder: Fast alle der zuletzt hier untergebrachten Mädchen und jungen Frauen kamen zurück, um ihre Ausbildung vollends abzuschließen.
Darüber hinaus bescherte der „Bag Garden“ erneut Grund zur Freude: Der Kohl konnte geerntet werden. In den Pflanzsäcken waren richtige Prachtexemplare herangewachsen, für die gute Preise erzielt wurden.

... und jetzt wieder 'fully reopenend' – gemäß Corona-Regelungen

… und jetzt wieder “fully reopenend” – gemäß Corona-Regelungen

Ab Anfang November durften Schulen, die die von der Regierung vorgegebenen Corona-Regelungen einhalten, wieder voll unterrichten. Mit als erste Einrichtung wieder „fully reopened“ war das Sharing-Berufsschulzentrum. In allen sechs Ausbildungsgängen – Catering & Hotel Management, Tailoring & Garment Cutting, Hair Dressing & Beauty, Metal Fabrication & Welding, Carpentry & Joinery sowie Computer Training – waren die zur Verfügung stehenden Plätze rasch besetzt. Kein Wunder: Das Berufsschulzentrum hat in der ugandischen Hauptstadt einen guten Ruf als Ausbildungsstätte. Denn bei Sharing wird viel Wert darauf gelegt, den Absolventen alltagspraktische Kenntnisse zu vermitteln, die sie in die Lage versetzen, ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft sichern zu können.
Dass die Klassen jetzt wieder voll belegt sein dürfen wirkt sich natürlich auch positiv auf die wirtschaftliche Situation von Sharing aus. „Normal“, also so wie vor Corona, ist allerdings vieles noch lange nicht bei Sharing. Nach wie vor fehlen dem Zentrum beispielsweise die Einnahmen aus der Vermietung der Halle. Dort fanden früher häufig Hochzeiten mit hunderten Gästen und andere große Feste statt; für die Verpflegung sorgte dabei in der Regel die hauseigene Catering-Abteilung. Sharing-Direktor Fr. Hilaire Guinko: „Wir sind zwar noch weit entfernt von dem, was wir vor dem Lockdown für normal hielten. Aber wir sind glücklich, überhaupt wieder arbeiten und Einkünfte erzielen zu können. Das Schlimmste scheint überstanden. Wir dürfen den Mut nicht verlieren, sondern müssen uns Schritt für Schritt aus dieser Krise herausarbeiten.“

Gruß- und Dankbotschaft zum Jahreswechsel

Gruß- und Dankbotschaft zum Jahreswechsel

Auch in Uganda musste Weihnachten in diesem Jahr ohne Gottesdienste begangen werden, auch in Uganda wurde der Jahreswechsel nur verhalten gefeiert. Das Sharing Youth Centre nahm die Zeit zum Anlass für eine Gruß- und Dankbotschaft nach Hetzerath, die Sie hier im Original lesen können. Und hier die Übersetzung des vom Schulleiter Hilaire GTuinko verfassten Briefes:
„Liebe Freunde,
brüderliche Grüße vom Sharing Youth Cente in Kampala / Uganda. Als eines der großen Jugendzentren in Uganda haben wir es uns zum Ziel gesetzt, uns um benachteiligte Mitglieder unserer Gesellschaft zu kümmern: um Straßenkinder und Jugendliche aus Slumgebieten, um Mädchen und junge Frauen, die mit Herausforderungen zu kämpfen haben, um junge Leute vom Land, die hier in der Hauptstadt stranden, um Flüchtlinge und viele weitere Jugendliche mit Problemen. In unserem Zentrum bekommen sie, was junge Menschen brauchen, beispielsweise eine Berufsausbildung, Zugang zu Computern und zu unserer Bibliothek, psychologische Unterstützung und Beratung sowie die Möglichkeit, Sport zu treiben.
Während des Lockdowns aufgrund der Covid-19-Pandemie kamen alle unsere Aktivitäten, mit denen wir bisher Einnahmen erzielt haben, um das Zentrum zu betreiben, zwangsweise zum Stillstand. Wir hatten keinerlei Einnahmen mehr.
Trotz der Widrigkeiten, die das Jahr 2020 auch für euch brachte, ward ihr in dieser Zeit fest an unserer Seite mit Spenden, guten Gedanken, Zuspruch und aufmunternden Botschaften. Dank eurer Bemühungen gelang es uns,

  • unser Team zusammenzuhalten,
  • genügend Desinfektionsspender für das Schulgelände und das Mädchenwohnheim anzuschaffen,
  • viele Jugendliche, die ihre Arbeit verloren haben, mit Lebensmitteln zu unterstützen, insbesondere Flüchtlinge und die jungen Frauen, die im Mädchenwohnheim untergebracht sind,
  • unsere Berufsschule jetzt weiter zu betreiben, obwohl unsere Absolventen im Moment kaum Schulgebühren zahlen können und wir mit großen finanziellen Herausforderungen kämpfen.

Ich schreibe euch heute, um eure Unterstützung in aller Form zu würdigen und euch zu danken für die Großzügigkeit und die Liebe, die ihr unseren Jugendlichen habt zukommen lassen. Im Namen aller die von eurer Unterstützung profitiert haben, möchten der Verwaltungsrat und die Geschäftsführung von Sharing jedem und jeder Einzelnen von euch danken für euren großherzigen Beitrag.
Dank eurer Spenden können wir uns weiter um benachteiligte junge Menschen kümmern. Viele Einrichtungen hier mussten ihre Arbeit aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten einstellen, doch das Sharing Youth Centre hat die Krise überstanden – dank eurer Großzügigkeit und eurer Bereitschaft zu teilen. Wir danken euch und erbitten Gottes Segen für euch alle.
Wir wünschen euch Frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr 2021. Wir beten, dass der Geist Christi in eure Häuser Einzug halten möge. Wir beten, dass 2021 ein Jahr der Hoffnung, der Zuversicht und der guten Gesundheit werden möge. Wir freuen uns, die Partnerschaft mit euch auch im neuen Jahr fortsetzen zu können.“

Sharing braucht weiter Unterstützung!

Sharing braucht weiter Unterstützung!

Auch wenn nun wieder unterrichtet darf: Es wird lange dauern, bis die vor Corona boomende Berufsschule zurück in der Erfolgsspur sein wird. Denn der monatelange Lockdown hat die Menschen in Uganda sämtliche finanziellen Reserven gekostet. Millionen haben keine Arbeit – und wer nicht arbeitet, hat kein Geld. Viele Familien können sich kaum das Nötigste zum Überleben leisten. Wir bleiben deshalb weiter an der Seite von Sharing. „Sharing is Caring“: Teilen ist Kümmern.

PC-Unterricht am Sharing Youth Centre

Hetzerath und Sharing Youth Centre – das ist eine langjährige Partnerschaft und eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Das Zentrum am Rand von Kampala wurde von dem aus Hetzerath stammenden Afrikamissionar Pater Rudi Lehnertz mitbegründet; er war dort auch mehrere Jahre lang Direktor. Mehrfach wurden mit dem Erlös des Dorfturniers „Hetzerath spielt“ erfolgreiche Entwicklungsprojekte bei Sharing in Gang gesetzt. Beispielsweise wird die mit Geld aus Hetzerath modernisierte und erweiterte SYC-Bücherei regelmäßig sogar von Studenten der Universität genutzt. Und dank der aus Hetzerath mitfinanzierten Photovoltaikanlage wurde Computer-Unterricht bei Sharing zu einem echten Renner: Nirgendwo sonst in der ugandischen Hauptstadt gibt es Kurse, die nicht unter Stromausfällen leiden.

Gefragte Ausbildung: Unterricht in der Schneiderei-Werkstatt von Sharing

Mit dem Corona-Lockdown aber stand der Betrieb von Sharing sieben (!) Monate lang komplett still. Alle Lehrkräfte und fast 600 eingeschriebene Schüler/innen mussten nach Hause geschickt werden. Um Plünderungen der Ausbildungswerkstätten zu verhindern, organisierte SYC-Direktor Father Hilaire Guinko Polizeischutz. Dieser kostete ebenso Geld wie die Strom- und Wasserversorgung, die aufrechterhalten werden musste, um den Betrieb nach der Krise schnell wieder aufnehmen zu können. Das ist mittlerweile gelungen – ganz wesentlich dank der erfolgreichen Hetzerather Spenden-Aktion “Sharing is Caring”.