Unser neues gemeinsames Projekt: Infrastruktur für die „Demonstration Farm“

Die 7-monatige Zwangsschließung wegen Corona hat tiefe Spuren hinterlassen, dennoch geht der Blick nach vorn: Sharing will künftig eine praktisch orientierte landwirtschaftliche Ausbildung anbieten mit den Schwerpunkten Gemüsebau und Schweinehaltung. Für die „Demonstration Farm“ fehlt allerdings noch einige Infrastruktur. Deren Schaffung ist Inhalt des neuen Projekts, für das der Verein Projektwerkstatt Zukunft mit Erfolg Fördermittel des Entwicklungshilfeministeriums beantragt hat.

Corona hat unseren Projektpartner Sharing Youth Centre in Kampala existentiell bedroht: Sieben Monate lang, von Mitte März bis Mitte Oktober 2020, war das Zentrum – wie alle Schulen im Land – komplett geschlossen. Welche teilweise katastrophalen Auswirkungen das nach sich zog, können Sie hier nachlesen. Die Geldspenden aus Hetzerath haben wesentlich dazu beigetragen, dass die Berufsschule diesen langen Zeitraum ohne Einkünfte wirtschaftlich überhaupt durchstehen konnte – und jetzt jungen Menschen wieder eine dringend benötigte berufliche Perspektive bieten kann.
Auch wenn die Krise überstanden ist: Der Schaden, den sie in der ugandischen Gesellschaft angerichtet hat, ist enorm. Weil die Regierung zunächst auch Transporte verboten hatte, war zeitweise die Lebensmittelversorgung zusammengebrochen. Viele Menschen litten Hunger. Die Preise für Güter des täglichen Bedarfs stiegen enorm. Die meisten ugandischen Familien hat der lange, harte Lockdown alles gekostet, was sie sich an Ersparnissen erarbeitet hatten. Auch bei Sharing sind die mühsam angesammelten Finanzreserven aufgebraucht. Zudem sind viele seitherige Einnahmequellen auf absehbare Zeit verschüttet, etwa die früher so gut laufende Vermietung der Mehrzweckhalle für große Veranstaltungen.
Dennoch geht der Blick nach vorn. Gemeinsam mit dem „Arbeitskreis Uganda“ in unserem Verein arbeitet Sharing daran, zurück in die Erfolgsspur zu kommen. Ein erster Schritt wird jetzt umgesetzt: Sharing will künftig eine praktisch orientierte landwirtschaftliche Ausbildung anbieten mit den Schwerpunkten Gemüsebau und Schweinehaltung. Denn das Interesse junger Leute an „Urban Gardening“ und „Agro-Business“ ist durch die Corona-bedingten Engpässe in der Versorgung mit Grundnahrungsmitteln schlagartig gestiegen.
Für den praktischen Unterricht im neuen Ausbildungsgang braucht Sharing eine „Demonstration Farm“. Platz dafür ist reichlich vorhanden im „Sharing Garden“ (wo übrigens auch das Mädchenwohnheim steht, das ebenfalls mit Unterstützung aus Hetzerath gebaut wurde). Aber die notwendige Infrastruktur für die Trainings-Beete fehlt: Die vorhandene, ganzjährig schüttende Quelle soll gefasst und ein einfaches solarbetriebenes Bewässerungssystem installiert werden. Ein Unterstand für die Aufzucht von etwa 20 Schweinen ist geplant. Und die „Demonstration Farm“ braucht eine stabile Umzäunung und Absicherung gegen Diebstähle und Plünderungen. Zudem müssen für die neue Ausbildung zwei weitere Lehrkräfte angestellt werden. Kostenpunkt alles in allem: knapp 30.000 Euro.
Für das Vorhaben hat unser Verein – ähnlich wie für den Bau des Mädchenwohnheims – einen Förderantrag beim so genannten „Kleinprojektefonds“ gestellt. Diese Einrichtung vergibt Fördermittel, die das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zur Verfügung stellt. Kurz vor dem geplanten Projektbeginn am 1. April kam die erfreuliche Nachricht: Der Kleinprojektefonds übernimmt 75 Prozent der Kosten, stockt also jeden Euro aus Hetzerath um 3 Euro auf. Möglichst bald nach Ostern werden also im Sharing Garden die Baumaschinen anrücken …